GTTR: Getting Tough The Race Rudolstadt 2019 Erfahrungsbericht

GTTR: Getting Tough The Race Rudolstadt 2019 Erfahrungsbericht

GTTR: Getting Tough The Race Rudolstadt 2019

Getting Tough The Race 2019: Am 07.12.19 stand er endlich an: Unser erster GTTR! An den Start gingen wir mit einem großen Mythos im Hinterkopf und der Frage, was ist dran an dem Hype um dieses Event? Ist Getting Tough The Race wirklich das härteste OCR Event Europas? Was macht GTTR aus und was unterscheidet es von anderen Hindernisläufen?

Getting Tough The Race umfasst ca. 24 Kilometer und in diesem Jahr rund 800 Höhenmeter. Am Start standen etwas weniger als 3000 Leute.

Anreise & Parken

Für uns ging es mal wieder sehr früh auf die Straße Richtung Rudolstadt. Der Start war für 10 Uhr angesetzt und wir mussten noch die Starunterlagen abholen. Da wir die Tickets von privat gekauft haben, haben wir leider keine Infomail vorab bekommen. Daher waren wir ziemlich überfordert und haben die Startunterlagenausgabe selbstverständlich nicht direkt gefunden. Parkplätze waren zahlreich vorhanden und lagen nur wenige hundert Meter vom Eventgelände entfernt. Parken kostet 5€ vorort.

Eventgelände

Für Trollos wie uns, wäre eine bessere Kennzeichnung im Village wünschenswert. Als Newbie ohne Infopaket stößt man da schnell an seine Grenzen und verliert die Orientierung.

Es gab ein großes Festzelt auf dem Gelände, hier wurden die Startunterlagen ausgeteilt, die Getting Tough Crew heizte die Starter an und nach dem Lauf fand hier auch die Aftershowparty statt. Auf dem Weg vom Festzelt zur Garderobe kam man an einigen Foodtrucks vorbei. Für das leibliche Wohl war also auch gesorgt. Das Garderobenzelt war sehr schmal und hatte nur einen Ein- und Ausgang, sodass es hier zu Stoßzeiten zu Staus kam.

Doch das absolute Highlight auf dem Eventgelände war natürlich die letzte Meile, die letzten Kilometer vor dem Ziel. Hier reihte sich Hindernis an Hindernis. Wer GTTR noch nicht erlebt hat, kann sich einen derartigen Haufen von Hindernissen nicht vorstellen. Es übertraf auf jeden Fall all unsere Erwartungen.

Der Start ereignete sich außerhalb des Eventgeländes. Da bei Getting Tough The Race alle Starter zeitgleich in einem Massenstart los laufen, brauchte man hierfür einfach ein weitlüfiges Gelände.

An dieser Stelle auch unbedingt nochmal ein Kommentar zum Massenstart: WOW! Markus Ertelt und der Kallinator heizen die Masse ein, plötzlich fliegen 3 Flugzeuge über die Meute, ein Countdown, Feuerwerk. Von außen muss das Spektakel etwas von einer Kriegsszene gehabt haben, nur dass der erste Gegner ein Wassergraben war.

Start GTTR 2019
Wassergraben GTTR

Zuschauer

Und genau diese einzigartigen Momente wollten sich selbstverständlich auch zahlreiche Zuschauer nicht entgehen lassen. Überall standen motivierte Menschen an den Rändern und feuerten die Teilnehmer an. Zuschauer waren bei GTTR kostenfrei. Ungefähr auf der Hälfte der Strecke verteilte ein Anwohner sogar heißen Tee mit Traubenzucker! Wir hatten das Gefühl, das Rudolstadt den Getting Tough in sein Herz geschlossen hat und alle die nicht selber teilnahmen, am Rand standen und ihren Teil zu diesem gelungenen Event beigetragen haben.

Streckenverpflegung

Die Streckenverpflegung war, bis auf ein kleines Loch in der Mitte der 24km langen Strecke, gut. Es gab Wasser, Energydrinks und Bananen. Kleiner Minuspunkt: Alle Getränke wurden in Plastikbechern ausgeschenkt, welche überall herum lagen. Außerdemhier mal eine Nachricht an alle Teilnehmer die meinen, ein Gel auf der Strecke zu nutzen und es dann in die Natur zu werfen: Schämt euch! Wir können nicht verstehen, warum man die Verpackung nicht bis zum nächsten Versorungspunkt oder Mülleimer einfach wieder an den Ort zurückstecken kann, wo man das Gel vorab gelagert hat. BITTE nehmt in Zukunft mehr Rücksicht. Das Ende vom Lied kann hier, neben einer verschmutzten Umwelt und einer Menge Arbeit für freiwillige Helfer, auch das Verbot eines Events durch die Gemeinde sein. Und das will ja wohl niemand?

Im Ziel gab es einen Energydrink und ein Bier.

Location und Hindernisse

Die Location beim Getting Tough The Race in Rudolstadt ist definitiv die Reise wert! Neben der eindrucksvollen Saale, die auf Grund von extremer Strömung in diesem Jahr leider nicht durchquert werden musste, verlief die Strecke über weite Felder, durch Wälder und über jede Menge Berge. Viele Streckenteile waren sehr weitläufig und die ersten Hindernisse waren schön breit. Teilweise führte der Kurs allerdings auch ziemlich früh schon über enge Singletrails. Überholen schwierig bis unmöglich, was zu Staus führte.

Ein kleiner Teil der Strecke musste sowohl auf dem Hinweg als auch auf dem Rückweg genutzt werden. Dies viel bei der Distanz von knapp 20km aber kaum ins Gewicht.

Auf den ersten 20km gab es nur wenige künstliche Hindernisse.Der Fokus lag also zunächst auf dem Laufen und den natürlichen Gegebenheiten. Gräben, Matschhügel, Eskaladierwände, Reifencarrie (der längste Carry ever), eine Papierpyramide und ähnliche Nettigkeiten erschwerten das weiter kommen nur relativ wenig.

Doch die letzten ca. 4km hatten es dann in sich. Zuerst ging es durch den Wassergraben. Das eiskalte Wasser stand uns hier teilweise bis zum Hals. Schwimmen war aber leider (wie es eigentlich angekündigt war) nicht notwendig. Dann ging es über eine alte Hindernisbahn zu einem Sandsackcarry. Dann wartete auch schon das nächste Highlight auf uns: Das Freibad. erst musste ein Becken durchquert und dabei Holzhindernisse untertaucht werden. Hier lautete die Devise: Arschbacken zusammen kneifen und durch! Dann ging es für uns hangelnd an einer Stange über ein weiteres Wasserbecken. Nach einigen weiteren Schickanen, wie der Waschstraße des THWs ging es für uns endlich auf die letzte Meile.

Doch was hier auf uns wartete Sprengte unsere Erwartungen. Von Außen konnte man nicht mal ansatzweise einschätzen, wie viele Hindernisse hier aneinander gereiht aufgebaut waren. Unglaublich! Wände, Reifen, Panzer, Crawls über Kies, Carries, Quarterpipes, Wasserbecken, riesige Stahlaufbauten mit Feuerwehrstangen, Hangelhindernisse und und und. Ein wahres Spektakel und wirklich kräfteraubend nach der bereits bewältigten Strecke, dem vielen Wasser und den kalten Temperaturen. Krämpfe waren hier für viele vorprogrammiert.

Im Ziel warteten dann die Getting Tough Gründer Markus Ertelt und der Kallinator und nahmen jeden Finisher persönlich in den Arm.

GTTR Kletterwand
GTTR Freibad hangeln

Marshalls und Wartezeiten

Freiwillige Helfer waren aus unserer Sicht ausreichend vorhanden und top motiviert. Nach einem Krampf kurz vorm Ziel wurde uns direkt geholfen und sogar eine Salztablette angeboten. Super!

Wartezeiten gab es leider einige. Hier gibt es für jeden starter eigentlich nur einen Tipp: Stell dich beim Start möglichst weit vorne auf und renn dir auf den ersten Kilometern die Seele aus dem Leib. Nur so entkommst du den Massen. Wenn du wie wir, den Start filmst und dann ganz gemütlich aus deem hinteren Viertel los läufst, kannst du eine Bestzeit vergessen. Aber das ist nun einmal die Kehrseite der Medaille des Massenstarts.

Dennoch ist die Aufteilung gelungen. Die ersten 20km entzerren das Feld und auf den letzten Metern gibt es dann besagtes Hindernisfeuerwerk .

Steilwand GTTR
Reifencarry GTTR

Zusammenfassung

Um auf die Fragen aus der Einleitung einzugehen: Getting Tough The Race fühlt sich an wie die Weihnachtsfeier aller OCR Verrückten. Man merkt, dass alle mit Leidenschaft dabei sind und wissen was sie tun. Wir können den Hype um dieses Event jetzt definitv nachvollziehen. Auch das perfekte Rahmenprogramm mit SAN, Einheizen im Festzelt, Massenstart, Lauf, Aftershowparty verstärken diesen Eindruck. OCR von OCRlern für OCRler. Endlich mal ein Veranstalter, der sich traut weit über den Durchschnitt zu zielen. War GTTR jetzt das härteste Event Europas? Wir wissen es nicht. Bei den diesjährigen 7°C wahrscheinich nicht. Dennoch stimmte das Gesamtpaket und wir können Getting Tough The Race in Rudolstadt wirklich jedem OCR Verrückten empfehlen. Wenn alle anderen bereits Winterschlaf begehen, rockst du dieses mega geile Event, gehst über deine Grenzen und schaffst Erinnerungen fürs Leben. ABER: Als OCR Jungfrau bist du hier nicht unbedingt richtig.

Zum Equipment: Da es dieses Jahr relativ warm war, entschieden wir uns für lange Kompressionsunterwäsche und Neoprenhandschuhe. Das war für uns auch vollkomen in Ordnung. Lediglich die Handschuhe mussten wir Streckenweise ausziehen, da es zu war war, im Freibad waren sie dann aber Gold wert.

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