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World’s Toughest Mudder

World's Toughest Mudder

Unser Event des Jahres stand am Wochenende (10./11.11.18) vor der Tür und gemeinsam mit über 1300 Startern kamen wir in Atlanta zusammen, um 24h durch die Hölle zu gehen. Und Long Story Short: Es war Saukalt! Tagsüber half die Sonne noch etwas aber in der Nacht fielen die Temperatur auf knapp 0 Grad. Hinzu kam der enorme Einsatz von Wasser an so gut wie jedem Hindernis. Teilweise waren Hindernisse so vereist, dass sie geschlossen werden mussten. Selbst unser, in Deutschland noch für zu dick befundene Neoprenanzug, war nach einer Runde komplett kalt.

Bevor wir aber weiter ins Detail gehen, wie der Ablauf, die Hindernisse, etc. beim WTM waren, hier erstmal ein riesen Shoutout an alle Heroes! Den WTM als “uneingeschränkter” Sportler zu finishen, ist schon eine enorme Herausforderung. 24h fordern definitiv ihren Tribut. Mit einer Behinderung dieses Monster anzunehmen und vor nichts zurück zu schrecken, das setzt besondere Stärke voraus! Entlang unseres Rennens sind wir auf so viele inspirierende Persönlichkeiten gestoßen, die jeder für sich unseren größten Respekt verdient haben!

Deine Beine tun weh? Einige Teilnehmer hatten nicht einmal welche und rockten trotzdem den Everest, also reiß dich zusammen und Lauf! Motivation wohin man schaut, das ist auch ein großer Part dieses einzigartigen Events!

Gesamteindruck

Der Lauf an sich war der Wahnsinn! Der Ansager hat direkt am Anfang, noch vor dem Start, eine krasse Stimmung gemacht, sodass alle emotional ergriffen waren und top motiviert in den Lauf starten konnten. Es ist ein krasses Gefühl, wenn man nach 2 Jahren Training und Planung, nach all den Strapazen, dem Schweiß und den Quälereien an der Startlinie steht und es endlich los geht!

Generell haben wir uns zurückblickend hier und da etwas mehr erhofft. So wäre zum Beispiel ein Pitzelt wie beim ETM echt super gewesen. Oder einfach nur eine Feuertonne/ ein paar Heizpilze, an denen man sich zwischen den Runden etwas aufwärmen kann. Aber die Kälte war definitiv DER Faktor dieses Events, also vielleicht war das ja Teil des Plans?! Auch die Versorgung war sehr spartanisch. Es gab eine Trinkstation auf der Hälfte des Kurses. Keine Verpflegung, nicht mal eine Banane zwischendurch. Da hätten wir uns für den Ticketpreis mehr erhofft.

Start des Worlds Toughest Mudder in Atlanta 2018

Was war am härtesten?

Definitiv die Kombination aus Wasser und Kälte über diesen langen Zeitraum. Die Hindernisse waren teilweise gefroren und mussten nachts geschlossen werden, wir mussten nachts pausieren, weil wir trotz 4mm Neopren ( O’Neill Wetsuits Herren Neoprenanzug Epic 5/4 mm Full Wetsuit Black M ) gezittert und gefroren haben ohne Ende. Unser dicker Neopren war durch und Unser Shorty, den wir zum trocknen aufgehängt hatten, war komplett hart und eingefroren. Wir hatten also nichts mehr anzuziehen und unter diesen Umständen mussten wir uns dann vorerst geschlagen geben.

Morgens, als die Sonne raus kam und der Shorty langsam wieder weich wurde, haben wir uns erneut reingedrückt und sind auf Runde 9 und 10 gegangen. Fürs nächste Mal sollte definitiv noch mindestens ein weiterer Neopren eingepackt werden! Doch wichtig an dieser Stelle zu erwähnen: Krämpfe hatten wir trotz kälte keine! Dies liegt wohl vorallem an der Einnahme von Salztabletten während des Events! Denn wusstest du: Krämpfe in Bewegung entstehen oft durch Salzmangel!

Wie sind die neuen Tough Mudder Hindernisse 2019?

Beim WTM können die Teilnehmer exklusiv die Hindernisse der neuen Saison testen! Wir fassen euch einmal kurz zusammen, was euch auf den Classic-Distanzen 2019 neues erwartet:

BLACK WIDOW

Bei diesem brandneuen Tough Mudder Hindernis gibt es Dank eines “Spinnennetzes”, unzählige verschiedene Wege über ein Wasserloch. Spanngurte sind in alle Richtungen befestigt und jeder Mudder muss Balance und ein wenig Kreativität unter Beweis stellen, um es trocken auf die andere Seite zu schaffen.

MUDDERHORN

Ebenfalls in Deutschland am Start: Das Mudderhorn. Leider hier nur knapp 7,5m hoch. Als Teilnehmer musst du zunächst eine schräge Wand erklimmen. Hier ist Teamwork gefragt! Danach geht es in einem Netz einmal über die Spitze und auf der anderen Seite wieder hinab. Der Endgegner für jeden mit Höhenangst!

AUGUSTUS GLOOP 2.0

Der Klassiker in neuem Gewand! Halbierte Röhren hängen locker an einer Steilwand. Um in den Röhren nach oben zu kommen, gibt es verschiedene Aufstiegshilfen in den unterschiedlichen Lanes. Löcher, Spalten,…lass dich überraschen. Als wäre das nicht genug, schießt einem ein Wasserstrahl von oben ins Gesicht!

LEAP OF FAITH

Mit reichlich Anlauf und einem gezielten Sprung gilt es hier ein frei hängendes Netz zu erreichen. Dieses Netz muss anschließend überwunden werden und auf der anderen Seite über eine Stange verlassen werden.

ENTRAPMENT

Du stehst auf Strom und kriegst dein Hinterteil beim kriechen nicht auf den Boden? Dann bist du hier genau richtig! Stromkabel statt Stacheldraht lautet bei diesem Hindernis die Devise.

Mudderhorn WTM Tough Mudder Hindernis 2018 2019 Atlanta

THE GAUNTLET

Der absolute Endgegner. Ein mega langes Hindernis, bestehend aus 3 Teilen. Zunächst gilt es Balance unter Beweis zu stellen, es geht über einen wackeligen Balken! Danach heißt es „Hello Kong!“ an den altbekannten Ringen geht es weiter vorwärts. Als letztes muss jeder, der es bis hier hin geschafft hat, im Plank seitlich über einen Wassergraben manövrieren. Klingt heftig? Ist es!

Und leider nur exklusiv beim World’s Toughest Mudder:

THE STACK

Um Mitternacht öffnete “The Stacks”, ein 37ft (ca. 11m) hoher Gigant, seine Pforten. Von 4 übereinander gestapelten Containern ging es steil abwärts in ein Wasserbecken! Schon das erklimmen der 37 ft war eine kräftige Herausforderung, es lagen ja bereits mindestens 12h hinter uns. Nach einer kurzen Einweisung ging es nach vorne ans Brett. Auf ” 3-2-1-go” sollten wir springen. Der Blick nach unten bestätigte noch einmal: Ja es ist verdammt hoch! Und dann geht alles ganz schnell. Auf Go stürzen wir uns in die Tiefe und prallen nur einen winzigen Moment später auf der harten Wasseroberfläche auf. Die Klamotten füllen sich schlagartig mit Luft und alles zieht einen zurück an die Oberfläche.

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Sind wir zufrieden?

Um ehrlich zu sein: wir haben nicht das geschafft, was wir erreichen wollten. Geplant und von den Kräften und der Ausdauer sicherlich möglich gewesen, wären 65-75 Meilen. Aber die äußeren Umstände ließen es für uns nicht zu. Das Problem war nicht, dass es nachts 0 Grad kalt war. Das Problem war, dass es auch Tagsüber nur 5 Grad waren, und beide Neos, der shorty und der lange 4mm, zur Nacht schon komplett durch waren, was dann die Nacht unerträglich gemacht hat.

Mit nochmal einem trockenen Neo, der vielleicht auch etwas dicker hätte sein können, wäre wahrscheinlich noch mehr drin gewesen. Riesigen Respekt an alle, die die ganze Nacht durchgelaufen sind. Wir mussten uns nach 4 Stunden Pause wieder in den nassen Neo pressen. Was uns dazu bewegt hat: Wir wissen es nicht. Wir wissen nur, dass wir uns in den Arsch gebissen hätten, wenn wir es nicht gemacht hätten. Einer von uns sagte sehr passend: „ich friere auch im Zelt, dann können wir auch auf der Strecke frieren!“

Und zu guter Letzt, die wohl am häufigsten gestellte Frage:

Wie teuer war der World’s Toughest Mudder?

Wo sollen wir da anfangen… die Frage ist, was alles dazu gehört. Wenn wir bis in die Vorbereitung, das Training, die Kosten für Fitnessstudio und Events, Ernährung und Transfers gehen, sind wir morgen noch nicht fertig. Wir sagen mal so: es war kein billiges Vergnügen, aber wir haben uns lange dafür vorbereitet und gespart. Die reinen Reisekosten für den WTM (5 Tage) lagen in etwa(pP) für Flüge, Zug, etc. ~ 550 € , Hotel (haben wir uns zum Glück, dank einer Bekannten gespart), Essen, Trinken etc. 150€, Ticket 450 € , und so weiter (Visum, Neoprenanzüge, -kappen, –handschuhe, mehrere paar Laufschuhe,…). Die Werte sind alle grob geschätzt, wir haben alles zu unterschiedlichen Zeiten gebucht und bezahlt. Wir haben es nie ausgerechnet und werden es wohl auch nie tun. Insgesamt war es trotzdem ein unbezahlbares Erlebnis und das wollen wir uns nicht zerrechnen!

Fotos: Julia Wenner

Dieser Beitrag hat 9 Kommentare

  1. klararockt

    Respekt! Mehr kann ich dazu gar nicht sagen.
    Über Insta hab ich euer Abenteuer zwar verfolgt, aber durch den Podcast merkt man doch erst mal, was für eine „Hölle“ das ist.
    Denk, Sydney rockt ihr noch viel mehr 🙂

    1. Chris

      Hey Klara, vielen Dank! 🙂 Leider wird es mit Sydney dieses Jahr nichts mehr, aber es steht fest auf unserer ToDo-Liste!

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